Durch tief ins Erdreich bis an warme Schichten geführte Bohrlöcher wird kaltes Wasser gepumpt. Dieses erwärmt sich in der Tiefe und wird zurück nach oben befördert.
An anderen Orten lässt sich das unter die Erdoberfläche vorhandene heiße Thermalwasser verwenden.
Das abgekühlte Wasser wird in unterirdische Wasserbehälter zurückgepumpt.
Das ´natürliche´ Warmwasser wird zum Heizen von Gebäuden sowie zur Warmwasserbereitung verwendet. In besonderen Fällen kann sehr heißes Wasser auch sogenannte Gasturbinen antreiben mit denen sich Strom herstellen lässt.



Ungarn bietet sehr günstige geothermische Voraussetzungen: hier ist die Erdkruste vergleichsweise dünn, sodass der ´Wärmestrom´ doppelt so groß ist wie im europäischen Durchschnitt. Darüber hinaus ist Ungarn außergewöhnlich reich an Thermalwasservorkommen!

Vorteile
  • Geothermie steht unabhängig von Witterung oder Jahreszeiten kostenlos zur Verfügung
  • Die erforderlichen technischen Einrichtungen wie Pumpen usw. benötigen wenig Platz und lassen sich mit geringem Energieeinsatz betreiben
  • Der Wirkungsgrad ist sehr hoch wenn ein Geothermiekraftwerk sich dort befindet wo die erzeugte Wärme beziehungsweise elektrische Energie benötigt wird
Nachteile
  • Das Herstellen tiefer Bohrungen und das Einrichten von Wärmepumpen ist aufwändig und teuer
  • Bei intensiver Nutzung geothermaler Wasservorkommen könnten diese versiegen und in der Folge auch Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht auf der Erdoberfläche haben
  • Beim Herstellen von Bohrungen und anderen Eingriffen in die Erde können ungewollt schädliche Gase an die Erdoberfläche gelangen.

In unserem Tiergarten ist der Heizbedarf viel größer als in einem normalen Gebäude. Für den reichhaltigen und wertvollen lebenden Bestand mit vielen seltenen tropischen Arten müssen artgerechte Lebensbedingungen geschaffen werden. Dies wird heute teilweise mit der Wärme des im benachbarten Széchényi-Bads verwendeten Thermalwasser gelöst! Von dort aus wird heißes Wasser durch gut isolierte Rohre in den im Keller des Elefantenhauses befindliche Heizzentrale geleitet und von dort in verschiedene Gebäude des Zoos weiterverteilt. Das von den Gebäuden zurückkommende abgekühlte Thermalwasser wird anschließend in das Széchényi-Bades zurückgepumpt und steht anschließend den Badegästen zur Verfügung! Dieses einzigartige System heizt in 26 Gebäuden des Zoos rund 80.000 Kubikmeter Luft mit Thermalwärme auf und sichert so die Lebensgrundlage für mehr als 350 Tier- und 500 Pflanzenarten mit Tausenden von Exemplaren.

Etwa 120 Kilometer nördlich von San Francsisco befindet sich ´Geysers´. Dieses 48 Quadratkilometer große Netzwerk von geothermalen Kraftwerken ist das größte und leistungsfähigste bisher gebaute. Die Ursache für die Geothermie liegt hier in der bekannten San-Andreas-Störung. Entlang von Spalten und Brüchen dringt Dampf aus der Erdtiefe hoch. Die 22 einzelnen Kraftwerke von Geysers beziehen heißes Gas aus 50 Bohrungen, die bis eine Tiefe von 3.960 Meter reichen und erzeugen 200 Megawatt elektrischen Strom.

Die natürlichen Schätze des Yellowstone Nationalparks – seine heißen Quellen und Geysire – werden denselben unterirdischen Quellen gespeist wie der Geysers-Kraftwerkskomplex.

Die aus der Tiefe hervortretenden warmen Quellen bilden seit Urzeiten Lebensraum für spezielle Tierarten. Zu ihnen gehört auch der kleine Karpfenfisch (Scardinius racovitzai), den Du auch im „Vízparti Élet Házában“ in unserem Tiergarten finden kannst. Ein Teil von ihnen wurde hier gezüchtet, was eine Besonderheit ist.

Die Thermalquellen werden in neuerer Zeit auch als Lebensraum für dort angesiedelte, an anderen Orten bedrohte Tierarten genutzt. Zu diesen Thermalseen gehört auch der nahegelegene Teich im Budapester Stadtwäldchen, in dem sich schon mehrere tropische Fischarten angesiedelt haben.




Eine ungarische Erfindung macht sich die in geringer Tiefe (1,5 – 2 Meter) vorhandene Erdwärme zunutze um damit die Wärmedämmung von Gebäuden zu verbessern. Hierzu werden in den Außenwänden schlangenförmig angeordnete Schläuche eingebaut die mit einem im Erdboden befindlichen Schlauchsystem verbunden sind. Das im Schlauchsystem befindliche Wasser wird mittels kleiner Pumpen transportiert. Während im Sommer so kühles Wasser aus dem Erdreich die Außenwände vor zu starker Aufheizung schützt, sorgt dasselbe Wasser im Winter, wenn es im Haus viel wärmer als draußen für eine Erwärmung der Außenwände und somit für eine Reduzierung der Heizkosten.


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